Die waldige Mittelgebirgslandschaft des Sauerlands ist ein beliebtes Ziel für Winterurlauber und Ausflügler. Zugleich ist die Region aber auch ein starker, mittelständisch geprägter Wirtschaftsstandort: Viele Industriebetriebe fertigen dort für den Weltmarkt. Um die lokale Produktion klimafreundlicher zu gestalten, will ein Konsortium unter Leitung des Verteilnetzbetreibers Westnetz dort nun bis 2029 ein Wasserstoff-Ökosystem namens HydroNet aufbauen, das die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt.

Rückgrat des Clusters ist eine elf Kilometer lange ehemalige Erdgasleitung zwischen Arnsberg und Balve, die nun für den Transport von grünem Wasserstoff ertüchtigt wird. Von dort sollen Anschlussleitungen zu industriellen Abnehmern in der Region führen. Dabei haben die Projektpartner auch die Anbindung an das geplante deutsche Wasserstoff-Kernnetz im Blick.

Herkunftsnachweis via Blockchain

Darüber hinaus sollen Elektrolyseure und Wasserstoff-Speicher entstehen. Zudem wollen die Beteiligten mit der Plasmalyse ein neues Verfahren zur Erzeugung von türkisem Wasserstoff erproben. Dabei wird Methan unter Ausschluss von Sauerstoff in Wasserstoff und festen Kohlenstoff gespalten. Im Gegensatz zu anderen Verfahren entsteht kein gasförmiges CO₂, sondern fester Kohlenstoff, der industriell weiterverwendet oder sicher gelagert werden kann.

Ebenso ist geplant, auf Basis einer Blockchain digitale Herkunftsnachweise auszustellen, die dokumentieren, wo und wie der Wasserstoff erzeugt wurde. So soll sich garantieren lassen, dass er tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt.

Gesamtinvestition von 75 Millionen Euro

Insgesamt 21 Partner aus Industrie, Wissenschaft und öffentlicher Hand beteiligen sich nach heutigem Stand am Aufbau von HydroNet. Die Gesamtkosten taxiert Westnetz auf 75 Millionen Euro. Davon trägt Westnetz 29 Millionen Euro. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms mit 18 Millionen Euro. EU-Fördermittel fließen nicht in das Vorhaben.

„Mit HydroNet Sauerland schaffen wir eine zukunftsweisende Infrastruktur für die Wasserstoffnutzung in der Industrie“, sagt Andreas Breuer, Leiter Wasserstoff bei der Westnetz GmbH. Das Projekt stärke die regionale Wertschöpfung, indem es Unternehmen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette einbindet – von der Erzeugung über innovative Speichertechnologien bis hin zur industriellen Nutzung.

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