
Der ZVEH verzeichnete 2025 den tiefsten Stand an offenen Stellen im E-Handwerk seit 2021.
Quelle: ZVEH
Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften im E-Handwerk sinkt. Dies zeigt das Ergebnis der aktuellen Fachkräfteerhebung des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Gab es 2024 noch knapp 80.000 offene Stellen, die Handwerksbetriebe meldeten, waren es 2025 nur noch gut 65.000. Ein Rückgang um 18 Prozent im Jahresvergleich. Gegenüber dem Höchststand 2023 stellt dies sogar einen Rückgang um etwa ein Drittel dar. Auch bei der Zahl der Betriebe, die offene Stellen ausgeschrieben haben, spiegelt sich das wider. Nach Angaben des ZVEH gaben dies noch 66 Prozent der Unternehmen an, im Oktober 2025 waren es nur noch 46,5 Prozent.
Auch für 2026 erwartet der Verband weiter rückläufige Zahlen bei Fachkräftebedarf. Obwohl die installierenden Gewerke teilweise über ein gutes Auftragspolster verfügten, seien sie bei der Ausschreibung von Stellen und Einstellung neuer Mitarbeiter aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation sehr zurückhaltend, so die Einschätzung des ZVEH-Hauptgeschäftsführers Alexander Neuhäuser. Auch die anhaltende Baukrise und das politisch motivierte Abbremsen der Energiewende seien wesentliche Faktoren für die aktuelle Zurückhaltung.
Nach der aktuellen Auswertung des ZVEH sinkt vor allem der Bedarf an ungelernten Kräften im E-Handwerk. Allerdings sei auch die Nachfrage nach Gesellen, hochqualifizierten Gesellen und Meistern rückläufig, wenngleich in geringem Maße.
„Der Neubau-Bereich schwächelt noch, die Sanierungsquote im Bestand hat ein Allzeittief erreicht, die Elektromobilität stagniert und selbst der Wachstumsmarkt ,Photovoltaik‘ ist mittlerweile rückläufig“, sagte Neuhäuser. „Das hat natürlich Auswirkungen auf die E-Handwerke als größtes Klimahandwerk.“ Das Abbremsen der Energiewende sei unnötig. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lege den Fokus ausschließlich auf die Kosten, statt die positiven Effekte eines ambitionierten Erneuerbare-Ausbaus für die Wirtschaft anzuerkennen, so Neuhäuser weiter. Er hält auch die Diskussion über das Verbrenner-Aus und die Verschiebung des Europäischen Emissionshandelssystems 2 mitverantwortlich für Verunsicherung und Investitionszurückhaltung im Erneuerbaren-Bereich.
Trotz der aktuellen Entwicklung sieht der ZVEH einen anhaltend hohen Bedarf an Fachkräften im E-Handwerk. Dies liege am demografischen Wandel und der allgemeinen Elektrifizierung des Lebens. „Die Themen ,Ausbildung‘ und ,Qualifizierung‘ angesichts einer schwächelnden Wirtschaft zu vernachlässigen, wäre absolut kontraproduktiv“, sagt Neuhäuser. „Denn der Rückzug der Boomer aus dem Arbeitsleben hat ja erst begonnen.“
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