Der Schweizer Photovoltaik-Markt bereitet sich auf neue Vorschriften vor – pv magazine Deutschland


Auf der 23. PV-Tagung in Bern drehte sich viel um die Möglichkeiten, wie Photovoltaik mehr Verantwortung für das Schweizer Energiesystem übernehmen kann. Im Vordergrund stehen dabei die Konzepte für die gemeinsame Nutzung von Solarstrom. Daneben ging es um die Doppelnutzung von Flächen und die ersten Erfahrungen aus realisierten Agri-Photovoltaik-Anlagen oder auch hochalpinen Kraftwerken.

„In diesem Jahr wird die Photovoltaik 14 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs decken“, sagte Matthias Egli von Swissolar gleich zu Beginn der zweitägigen Jahrestagung der Schweizer Photovoltaik-Branche, die Swissolar zusammen mit dem Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) und Energie Schweiz organisierte. Zentrales Thema der 23. PV-Tagung war die Frage, wie der weiterhin starke Ausbau der Photovoltaik unter den veränderten Rahmenbedingungen des neuen Elektrizitätsgesetzes gelingen kann.

Die kurze Antwort lautet: Umsetzung von lokalen Strommodelle, oder Modelle für Nachbarschaftsstrom, wie den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), der seit Januar 2025 möglich ist, den virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV), oder ab 2026 in lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG).  Darüber hinaus ging es um Anreize für flexiblere Prosumer; die Energiespeicherung vor Ort; die Ausweitung der Photovoltaik-Anwendungen; und Contracting bei Großanlagen.

„Der Schweizer Markt hat das Ende der ’Feed-in and forget‘-Ära erreicht, denn die Photovoltaik deckt 14 Prozent des inländischen Stromverbrauchs. Die Branche steht in der Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass der Strom nicht zu Spitzenzeiten ins Netz eingespeist wird — wenn die Marktpreise niedrig oder sogar unter null sind“, sagte David Stickelberger, stellvertretender Geschäftsführer von Swissolar, am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit pv magazine.

„Um kostspielige Netzinvestitionen zu vermeiden, bietet der Schweizer Solarmarkt Optionen wie Energiespeicher an, und zwar in einer größeren Auswahl von Batterien als je zuvor. Die durch das Gesetz geschaffenen neuen Modelle für den gemeinschaftlichen Eigenverbrauch tragen ebenfalls dazu bei, den lokalen Verbrauch zu erhöhen”, sagte Stickelberger.

Die jährliche Veranstaltung verzeichnete mit über 1142 Teilnehmern, darunter auch circa 150 Online-Teilnehmer, einen neuen Besucherrekord. „Wie die große Teilnehmerzahl der Veranstaltung in den letzten beiden Tagen zeigt, versucht der Mitglieder der Solarbranche, die Auswirkungen des neuen Gesetzen und Verordnungen zu verstehen und interpretieren“, sagte Stickelberger.

Tatsächlich erhielten die Referenten auf der Bühne zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Um bei aktuellen Fragen zur Umsetzung der Modelle ZEV, vZEV und LEG zu unterstützen, wurde während der Konferenz eine neue Website Lokalerstrom.ch gelauncht.

Photovoltaik an Fassaden, Geländern und mehr

Mit seinem Wachstum beginnt sich der Photovoltaik-Markt in der Schweiz über Dachanlagen hinaus zu diversifizieren. „Obwohl er zunächst klein ist, beobachten wir ein wachsendes Know-how für neuere Photovoltaik-Anwendungen wie BIPV für Fassaden, Alpine und Agri-Photovoltaik. Zu diesem Trend gehören Innovationen im Bereich Batterien und Hybridsysteme“, so Stickelberger.

Ein Hinweis auf das große Interesse an neueren Photovoltaik-Anwendungen waren die gut besuchten Sessions zu den Themen: Alpine Photovoltaik, Photovoltaik über Parkplätzen, Agri-Photovoltaik, und Infrastruktur-Photovoltaik wie Photovoltaik-Anlagen an Autobahnen.

Die Referenten dieser Sessions berichteten über Daten aus Pilotanlagen, das Potenzial der Doppelnutzung, zum Beispiel in Kombination mit Viehweiden und alpine Photovoltaik. Darüber hinaus ging es um Innovationen wie speziell konzipierte Bohranlagen von Photovoltaik-Anlagen im hochalpinen Gelände, Digital-Twins-Technologie und vorgefertigte Montagesysteme.

Im Zusammenhang mit den hochalpinen Photovoltaik-Anlagen werden auch Auswirkungen von UV-Licht auf oberhalb der Baumgrenze installierte Module überwacht. Zudem begrüßten die Projektentwickler die gewährte Fristverlängerung für den Zuschuss solcher Anlagen, die im Zuge des Solar-Express-Gesetz realisiert werden.

Der Branchentreff fand am fand am Dienstag und Mittwoch im Kursaal Bern im Zentrum von die Stadt Bern statt. Mehr als 50 Fachreferenten von Branchenverbänden, politischen und kommerziellen Organisationen sowie Forschungseinrichtungen wurden eingeladen. Zudem waren 55 Aussteller dabei, darunter Schweizer Hersteller von Wechselrichtern, Modulen, Balance-of-Systems-Produkten, Blitzschutzsystemen, Energiemanagementsystemen sowie Energieversorger und -großhändler.

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