Neues Ladeprojekt in Österreich – pv magazine Deutschland


Das österreichische Forschungsprojekt „Shared Charging“ will das Laden von Elektroautos inklusiv und kostengünstig machen. Mit neuer Technologie und innovativen Geschäftsmodellen soll jeder Parkplatz zum Ladepunkt werden.

Ein nachhaltiges und kosteneffizientes Ladenetz für Elektrofahrzeuge – das ist das Ziel des österreichischen Projekts „Shared Charging“. Mit dem Projekt sollen neue Technologien und Geschäftsmodelle vom Konzept über die Implementierung bis zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit entwickelt werden. Dabei sollen für das Ladenetz lokal vorhandene erneuerbare Energien genutzt werden.

Beispielsweise könnten Supermärkte mit eigenen Photovoltaik-Anlagen auch Energie in ihrem Produktportfolio anbieten und ihre Mittagsenergie dazu verwenden, Kunden mittels Werbeaktionen kostenloses Laden auf den Parkplätzen anzubieten, heißt es vom Unternehmen Go-e, das das Forschungsprojekt leitet. Dies wäre für die Supermärkte kostenneutral, könnte aber den Kundenverkehr positiv beeinflussen, sagt Projektleiter Bart Scholte van Mast auf pv magazine-Nachfrage.. Dafür brauche man entsprechende Geschäftsmodelle sowie eine intelligente Steuerung, die die vorhandene Energie bedarfsorientiert verteilt.

„Riesenbatterien mit hoher Reichweite verteuern Elektrofahrzeuge und halten Menschen vom Umstieg ihrer Verbrennerfahrzeuge ab“, so Scholte van Mast weiter. Elektroautofahrer sollten überall die Möglichkeit haben, tagsüber während ihrer Standzeit mit erneuerbaren Energien zu laden. „Wenn praktisch jeder Parkplatz eine Lademöglichkeit anbietet, können die Menschen auch gut auf günstigere Fahrzeuge mit kürzeren Reichweiten setzen“, sagt Scholte van Mast.

Das Projekt konzentriert sich auf das öffentliche und halböffentliche Ladenetz wie etwa das Laden für Mitarbeitende an Arbeitsplätzen oder auf Supermarktparkplätzen. Flottenladen und Mehrfamilienhäuser sind nicht Teil der Untersuchung, weil die Fahrzeuge hier typischerweise nachts ohne Nutzung lokaler Photovoltaik-Anlagen laden.

Das Projekt ist in vier Phasen unterteilt. In der ersten Phase erstellen unter anderem Experten des Joanneum Research, der Alpen-Adria Universität Klagenfurt, des Energieversorgers Kelag sowie des Netzbetreibers Kärnten Netz Modellberechnungen zur Netzauslastung. Dazu gehören demografische und Mobilitätsmodelle sowie ein digitaler Zwilling des Kärntner Stromnetzes. Zusammen ergeben sie eine sogenannte „Digital-Energy-Sandbox“, in der verschiedene Zukunftsszenarien simuliert und analysiert werden, so Scholte van Mast.

In der zweiten Phase erarbeitet Go-e gemeinsam mit anderen Projektpartnern Lösungen und die entsprechende Software, basierend auf den Erkenntnissen aus Phase eins. Zudem soll eine nutzerinklusive Technologie entwickelt werden, die das System für alle Bevölkerungsgruppen einfach zugänglich macht. „Zum Beispiel gibt es momentan keine rollstuhltauglichen Elektroauto-Ladeplätze. Auch betagten Personen kann das Hantieren mit dem schweren Ladekabel Probleme bereiten“, sagt Scholte van Mast. Viele Stadtbewohner haben keine Möglichkeit, eine eigene Wallbox zu installieren. Das Projekt soll Lösungen entwickeln, die auch diesen Herausforderungen gerecht werden.

Die dritte Phase ist eine Demonstratorphase“, in der die entwickelte Lösung bei einem der Projektpartner aufgebaut, erprobt und für Mitarbeitende zuerst testweise, dann dauerhaft verfügbar gemacht werden soll. In der vierten Phase werden schließlich die Forschungsergebnisse in marktreife Produkte überführt, um die dazugehörigen Geschäftsmodelle umzusetzen. Die Projektergebnisse sollen zu Lösungen führen, die europaweit angewendet werden können.

An dem Forschungskonsortium sind 13 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Kärnten und der Steiermark beteiligt. Mit einer Gesamtförderung von 6,4 Millionen Euro durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) hat das Projekt am 1. Januar 2025 begonnen und läuft über einen Zeitraum von vier Jahren.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

RWE, Großspeicher, Kraftwerk, Nordrhein-Westfalen



Source link

Add a comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *